Nach der Erstellung und Präsentierung der Konzeptstudie zur „Bio – Nahwärme im Allnatal“ im Frühjahr dieses Jahres haben wir, die Vorbereitungsgruppe des Projekts, über den Sommer zwei zentrale Punkte bearbeitet:
- Wie kann aufgrund der Änderung der Förderrichtlinien des EEG zu den zukünftigen laufenden Betriebskosten ein niedriger Strombezugspreis für die geplante Wärmepumpe durch Direktbezug von PV-Anlagenstrom bzw. Windenergieanlagenstrom realisiert werden ohne dass andere, von uns nicht realisierbare Wärmeenergiequellen (z.B. Holzhackschnitzel oder Biogas), eingeplant werden?
Die Förderrichtlinien haben sich nach Erstellung der Konzeptstudie beim Grenzwert des SCOP auf einen Mindestwert von 2,5 geändert. In der Konzeptstudie wurde bisher von einem SCOP von 2,03 ausgegangen und damit fiel der eingeplante 10-jährige Betriebskostenzuschuss weg.
- Anschließend an die Präsentation der Konzeptstudie und zum Teil individuellen Informationsgesprächen in den Haushalten, haben wir im Sommer erneut erhoben, wie viele Haushalte an einem Anschluss an das von uns geplante nachhaltige Nahwärmenetz interessiert wären. Für eine Realisierung des Projekts hätten wir eine größere Anzahl Anschlüsse erreichen müssen als bei unserer letzten Erhebung in 2024.
Leider hat auch dieser Durchgang ergeben, dass wir für eine wirtschaftliche Auslastung nicht genügend Anschlüsse haben werden.
Wichtige Rückmeldungen für das stark gesunkene Interesse an einem Nahwärmeprojekt waren häufig genannt worden
– zum einen der inzwischen erfolgte oder bevorzugte Einbau von (geförderten) individuellen Wärmepumpen für den Haushalt
– und eine allgemeine Verunsicherung zur Bestimmung der optimalen eigenen Wärmeversorgung.
Vor dem Hintergrund der stark gesunkenen Anschlussbereitschaft für ein gemeinsames Nahwärmenetz im Allnatal mussten wir das Projekt erst einmal beenden.
Wir bedanken uns bei allen Helferinnen und Helfern, unseren Sponsoren – der Stadt Marburg, der Volksbank Mittelhessen und der Sparkasse Marburg-Biedenkopf – sowie bei allen, die sich für das Projekt eingesetzt haben und uns mit Rat und Tat zur Seite standen. Dazu gehören die Ersteller der Konzeptstudie – die Firmen Viessmann und bbh -, das Unternehmen Krug Energie, die Mitarbeitenden der Landesenergieagentur (LEA) sowie die vielen Engagierten in den Netzwerken zum Thema Nahwärme, die sich regelmäßig im Netzwerk der Bioenergiedörfer ausgetauscht haben. Durch Herrn Kauer vom Fachdienst Kreisentwicklung und Klimaschutz waren wir immer an das Netzwerk angebunden. Wir sind froh, in diesem Projekt so viele hilfsbereite und kompetente Menschen kennengelernt und mit ihnen zusammengearbeitet zu haben.
Sollten sich künftig neue Möglichkeiten oder Förderprogramme ergeben, werden wir erneut prüfen, ob ein gemeinschaftliches Wärmeprojekt im Allnatal realisierbar ist.